Dutasterid vs. Finasterid: Nebenwirkungen im Vergleich bei Haarausfall
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Dutasterid und Finasterid sind beides Medikamente, die zur Behandlung von Haarausfall bei Männern eingesetzt werden. Sie gehören zu einer Klasse von Medikamenten, die als 5-Alpha-Reduktase-Hemmer bekannt sind. Diese Medikamente wirken, indem sie die Produktion von Dihydrotestosteron (DHT) blockieren, einem Hormon, das eine Schlüsselrolle beim männlichen Haarausfall (androgenetische Alopezie) spielt.
Wie wirken Dutasterid und Finasterid?
Sowohl Dutasterid als auch Finasterid blockieren das Enzym 5-Alpha-Reduktase, das Testosteron in DHT umwandelt. DHT ist ein Androgen, das die Haarfollikel an der Kopfhaut schrumpfen lässt, was zu dünner werdendem Haar und schließlich zu Haarausfall führt. Durch die Reduzierung des DHT-Spiegels können diese Medikamente den Haarausfall verlangsamen, stoppen und in einigen Fällen sogar neues Haarwachstum fördern.
Der Hauptunterschied zwischen den beiden Medikamenten liegt in ihrer Wirkungsweise auf die verschiedenen Isoenzyme der 5-Alpha-Reduktase:
- Finasterid blockiert hauptsächlich den Typ-2-Isoenzym der 5-Alpha-Reduktase.
- Dutasterid blockiert sowohl den Typ-1- als auch den Typ-2-Isoenzym der 5-Alpha-Reduktase.
Da Dutasterid beide Isoenzyme blockiert, ist es im Allgemeinen wirksamer bei der Reduzierung des DHT-Spiegels im Körper als Finasterid. Studien haben gezeigt, dass Dutasterid den DHT-Spiegel um bis zu 90 % senken kann, während Finasterid ihn um etwa 70 % senkt.
Nebenwirkungen von Dutasterid und Finasterid
Obwohl beide Medikamente wirksam sind, können sie auch Nebenwirkungen verursachen. Die meisten Nebenwirkungen sind mild und vorübergehend, aber einige können schwerwiegender sein.
Häufige Nebenwirkungen (beide Medikamente):
- Verminderte Libido (Sexualtrieb)
- Erektile Dysfunktion (Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten)
- Ejakulationsstörungen (z. B. vermindertes Ejakulatvolumen)
- Gynäkomastie (Vergrößerung der Brustdrüsen bei Männern)
- Depressive Verstimmung oder Depression
Weniger häufige, aber potenziell schwerwiegendere Nebenwirkungen:
- Allergische Reaktionen (Hautausschlag, Juckreiz, Nesselsucht, Schwellung von Lippen und Gesicht)
- Hodenschmerzen
- Herzklopfen
- Post-Finasterid-Syndrom (PFS): Eine seltene, aber schwerwiegende Erkrankung, bei der sexuelle, neurologische und körperliche Nebenwirkungen nach Absetzen des Medikaments anhalten können. Dieses Syndrom wird sowohl mit Finasterid als auch mit Dutasterid in Verbindung gebracht.
- Erhöhtes Risiko für hochgradigen Prostatakrebs (obwohl das Gesamtrisiko für Prostatakrebs reduziert sein kann)
Vergleich der Nebenwirkungen
Aufgrund der umfassenderen DHT-Reduktion durch Dutasterid sind die sexuellen Nebenwirkungen wie verminderte Libido, erektile Dysfunktion und Ejakulationsstörungen bei Dutasterid tendenziell etwas häufiger und potenziell ausgeprägter als bei Finasterid. Dies ist jedoch nicht immer der Fall, und viele Männer vertragen beide Medikamente gut.
In Bezug auf das Post-Finasterid-Syndrom (PFS) gibt es keine schlüssigen Beweise dafür, dass eines der Medikamente ein höheres Risiko birgt als das andere. PFS ist eine umstrittene und schlecht verstandene Erkrankung, die weitere Forschung erfordert.
Wer sollte Dutasterid oder Finasterid nicht einnehmen?
Beide Medikamente sind für Frauen, insbesondere schwangere Frauen, kontraindiziert, da sie Geburtsfehler bei männlichen Föten verursachen können. Sie sollten auch nicht von Personen mit bekannter Überempfindlichkeit gegen einen der Inhaltsstoffe eingenommen werden.
Vorsicht ist geboten bei Männern mit:
- Lebererkrankungen
- Prostatakrebs (oder einem hohen Risiko dafür)
- Depressionen in der Vorgeschichte
Fazit
Sowohl Dutasterid als auch Finasterid sind wirksame Behandlungen für männlichen Haarausfall. Dutasterid ist tendenziell wirksamer bei der Reduzierung des DHT-Spiegels und kann zu einem stärkeren Haarwachstum führen, geht aber möglicherweise mit einem etwas höheren Risiko für sexuelle Nebenwirkungen einher. Die Wahl zwischen Dutasterid und Finasterid sollte in Absprache mit einem Arzt getroffen werden, der Ihre individuelle Krankengeschichte, Ihr Risiko für Nebenwirkungen und Ihre Behandlungsziele berücksichtigt.
Es ist wichtig, alle potenziellen Risiken und Vorteile zu verstehen, bevor Sie eine Behandlung beginnen. Sprechen Sie immer mit einem qualifizierten Arzt, um die beste Option für Ihre spezifische Situation zu ermitteln.


