Bluttests bei Haarausfall: Welche Untersuchungen sind sinnvoll?
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Bluttests bei Haarausfall: Welche Untersuchungen sind sinnvoll?
Haarausfall ist ein häufiges Problem, das sowohl Männer als auch Frauen betrifft und oft zu erheblichen emotionalen Belastungen führen kann. Während die Ursachen vielfältig sind, können Bluttests entscheidende Hinweise liefern, um die zugrunde liegenden Probleme zu identifizieren und eine gezielte Behandlung zu ermöglichen.
Warum sind Bluttests bei Haarausfall wichtig?
Haarausfall kann ein Symptom für eine Reihe von internen Gesundheitszuständen sein, die sich auf das Haarwachstum auswirken. Dazu gehören hormonelle Ungleichgewichte, Nährstoffmängel, Autoimmunerkrankungen und Schilddrüsenfunktionsstörungen. Bluttests helfen Ihrem Arzt, diese potenziellen Ursachen zu erkennen und eine genaue Diagnose zu stellen.
Welche Bluttests sind bei Haarausfall relevant?
Die spezifischen Tests, die Ihr Arzt anordnet, hängen von Ihrer Krankengeschichte, Ihren Symptomen und einer körperlichen Untersuchung ab. Hier sind einige der häufigsten und wichtigsten Bluttests, die bei Haarausfall durchgeführt werden:
1. Ferritin (Eisenspeicher)
- Warum es wichtig ist: Eisen ist entscheidend für die Produktion von Hämoglobin, das Sauerstoff zu den Haarfollikeln transportiert. Ein niedriger Ferritinspiegel (Eisenspeichereiweiß) kann zu Haarausfall führen, selbst wenn der Hämoglobinspiegel normal ist.
- Referenzwerte: Optimal sind Werte über 70 ng/ml für das Haarwachstum, obwohl der „normale“ Bereich oft breiter angegeben wird.
2. Schilddrüsenfunktion (TSH, fT3, fT4)
- Warum es wichtig ist: Sowohl eine Über- (Hyperthyreose) als auch eine Unterfunktion (Hypothyreose) der Schilddrüse kann diffusen Haarausfall verursachen. Schilddrüsenhormone spielen eine zentrale Rolle im Stoffwechsel und im Haarwachstumszyklus.
- Referenzwerte: TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) ist der primäre Screening-Test. Bei Auffälligkeiten werden freies T3 (fT3) und freies T4 (fT4) getestet.
3. Vitamin D
- Warum es wichtig ist: Vitamin D spielt eine Rolle bei der Regulierung des Haarwachstumszyklus und der Immunfunktion. Ein Mangel wird oft mit verschiedenen Formen von Haarausfall in Verbindung gebracht, einschließlich telogenem Effluvium und Alopecia areata.
- Referenzwerte: Ein optimaler Spiegel liegt typischerweise zwischen 30-80 ng/ml.
4. Zink
- Warum es wichtig ist: Zink ist ein essenzielles Spurenelement, das für das Zellwachstum und die Reparatur, einschließlich der Haarfollikel, notwendig ist. Ein Zinkmangel kann zu Haarausfall und brüchigem Haar führen.
- Referenzwerte: Die normalen Serum-Zinkspiegel liegen in der Regel zwischen 70-120 µg/dL.
5. Geschlechtshormone (Testosteron, DHEA-S, Östrogen)
- Warum es wichtig ist: Hormonelle Ungleichgewichte, insbesondere ein Überschuss an Androgenen (männliche Hormone wie Testosteron und DHEA-S), können bei Frauen zu androgenetischem Haarausfall führen. Bei Männern kann ein Ungleichgewicht ebenfalls relevant sein.
- Referenzwerte: Werden individuell interpretiert, abhängig von Alter, Geschlecht und Symptomen.
6. Antinukleäre Antikörper (ANA) und andere Autoimmunmarker
- Warum es wichtig ist: Wenn eine Autoimmunerkrankung wie Alopecia areata oder Lupus vermutet wird, können diese Tests helfen, Autoantikörper zu identifizieren, die das Immunsystem dazu veranlassen, die Haarfollikel anzugreifen.
- Referenzwerte: Ein positiver ANA-Test erfordert weitere Abklärungen.
7. CRP (C-reaktives Protein) und ESR (Blutsenkungsgeschwindigkeit)
- Warum es wichtig ist: Diese Entzündungsmarker können auf eine zugrunde liegende Entzündung oder Infektion hinweisen, die indirekt zu Haarausfall beitragen kann.
- Referenzwerte: Erhöhte Werte deuten auf eine Entzündung hin.
Wie Sie sich auf die Bluttests vorbereiten
- Nüchternheit: Einige Tests (z. B. Glukose, Cholesterin) erfordern Nüchternheit. Fragen Sie Ihren Arzt oder das Laborpersonal.
- Medikamente: Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und Vitamine, die Sie einnehmen, da diese die Testergebnisse beeinflussen können.
- Zeitpunkt: Bei Hormontests kann der Zeitpunkt des Zyklus bei Frauen relevant sein.
Nächste Schritte nach den Testergebnissen
Sobald die Ergebnisse vorliegen, wird Ihr Arzt diese mit Ihnen besprechen und einen individuellen Behandlungsplan erstellen. Dieser kann Nahrungsergänzungsmittel, Medikamente (z. B. Minoxidil, Finasterid), hormonelle Therapien oder die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung umfassen. In einigen Fällen können auch Änderungen des Lebensstils oder spezielle Haarpflegeprodukte empfohlen werden.
Denken Sie daran, dass Haarausfall ein komplexes Problem ist und eine genaue Diagnose der erste Schritt zu einer erfolgreichen Behandlung ist. Zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
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Hinweis: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung. Konsultieren Sie immer einen qualifizierten Arzt für Diagnose und Behandlung von Haarausfall.


